Ich, die Einzelkonstellation

Ich hätte es wissen müssen. Wenn ich von Zofingen in die Westschweiz fahren will, handelt es sich nach Ermessen der SBB um eine Einzelkonstellation. Ebenso, wenn ich am Bahnhof der Bezirkshauptstadt zehn Minuten vor Abfahrt der Zuges auf die absurde Idee komme, ein Billet kaufen zu wollen.

sbbEs tut mir wirklich leid, liebe SBB, dass ich nicht zur genormten Gattung der Zürich-Bern-Pendler gehöre, sondern auch mal ein exotisches Billet von Zofingen nach Neuenburg lösen will. Und das mitten in der Nacht, also um 16.45 Uhr. Dem Kundenbedürfnis ausgesetzt, wonach um diese Zeit am Samstag keine bediente Schalter mehr gebraucht werden, wandte ich mich an einen Automaten. Dieser konnte aber für das mitfahrende Kind keine Juniorkarte für 15 Franken ausgeben, sondern spuckte nur das gewöhnliche halbe Billet für 34 Franken aus. auf die Frage warum das so sei, folgte die copy-paste-Antwort der SBB: «Auf Ihren Wunsch auf ein Entgegenkommen können wir nicht eingehen.» Dumm nur, dass ich nur eine Erklärung wollte aber keinerlei Forderungen stellte.

Tage später fuhr ich schwarz. Von Zofingen nach Suhr. Ich musste. Der Automat verweigerte nach mehreren Kaufversuchen seinen Dienst aufgrund einer «technischen Störung». Die zweite Maschine war besetzt, andere Menschen standen an. Ebenso vor dem Schalter. Entgegen der späteren Behauptung der SBB, in Zofingen seien um diese Zeit zwei Bedienstete an den Schaltern, war da nur einer und der war in eine Reiseplanung verwickelt. Der Zug rollte praktisch an – was hätte ich tun sollen? Den Termin absagen? Während dem Hechtsprung per SMS ein Ticket lösen?

Auf meine erneute Bitte um Erklärung riet mir die SBB, ich solle eine Mehrfahrtenkarte kaufen «in ihrem Fall für die Strecke Zofingen-Olten» und «bei Einzelkonstellationen einer Reise können wir nicht immer das bestmögliche Angebot anbieten». Nun gut, dann fahre ich künftig nur noch halbschwarz und sage bei einer Billet-Kontrolle, der Kundendienst der SBB habe mir empfohlen für die Strecke nach Suhr ein Billet nach Olten zu lösen. «Ausserdem, Herr Konduktör», sage ich dann, «kann ich nun wirklich nicht bei jeder Einzelkonstellation das bestmögliche Angebot lösen.»

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Tage der Sonne in Triengen

triengen

An den “Tagen der Sonne” kann man sich bei verschiedenen Anlässen in ganz Europa über Alternativen zum gewöhnlichen Energieverbrauch informieren. In Triengen fand eine etwas kleinere Veranstaltung statt, die ebenfalls im Rahmen der “European Solar Days” organisiert wurde. Nichtsdestotrotz bekamen auch die Luzerner etwas zu sehen: Ein zweistöckiges Naturstamm-Blockhaus wurde auf dem Gelände der Sieber Holzbau AG aufgebaut und zu bestaunen gab es eine 1000 Quadratmeter grosse Photovoltaik-Anlage. Besonders beliebt war bei den zahlreichen Besuchern der Kran, mit welcher die Gegend rund um das Festgelände aus 53 Metern Höhe bewundert werden konnte. Einziger Wehrmutstropfen war an den beiden Ausstellungstagen in Triengen eigentlich nur, dass an den “Tagen der Sonne” die Sonne ein eher seltener Gast war, wie unser Bild zeigt.

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«Griechenland hat viel Licht und viel Schatten»

Werner van Gent dürfte vielen von uns aus kurzen Einschaltungen in der Tagesschau bekannt sein. Was er im Fernsehen jeweils nur in wenigen Sätzen zusammenfassen kann, darüber hielt van Gent in Menziken einen äusserst interessanten Vortrag. Doch auch er fürchtet eine Frage, die er nicht beantworten kann. Dieser Artikel erschien 2013 im «Wynentaler-Blatt» Nr. 15.

wernervangent«Griechenland versetzt mich nach 32 Jahren als Korrespondent heute noch täglich ins Staunen» sagt Werner van Gent über ein Land von dem er in den letzten Jahrzehnt jede mögliche Facette kennen gelernt hat. Nach dem Niedergang der Diktatur 1974 reiste der Journalist mit holländischen Wurzeln ab 1980 quer durch Europa um den Menschen Griechenland zu erklären. «Die Einschaltungen aus Athen werden meistens von einem kleinen Balkon im 6. Stock eines Hotels im Zentrum der Stadt gedreht» sagte der Referent auf die mögliche Frage, ob er jeweils wirklich in Athen stünde. «Diese Einschaltungen in den Newssendungen des deutschsprachigen Landes gaben mir Gelegenheit, in einem kleinen Zeitfenster zu erklären, was man eigentlich gar nicht erklären kann» präzisierte van Gent.

Meistens wird gestreikt
Einen Versuch Griechenland zu erklären unternahm der Holländer dennoch. «Wenn Sie morgen versuchen nach Athen zu fliegen, wird das nicht gehen, denn das Flughafenpersonal streikt. In der Griechischen Presse werden Sie darüber nichts finden, denn auch die Journalisten streiken.» Der Grund für die Proteste ist im ganzen Land ist überall der gleiche: die von der Regierung gefassten Sparmassnahmen werden zwar als sinnvoll erachtet, aber ganz bestimmt nicht im eigenen Unternehmen. Trotz der angespannten Lage, den Schulden und der schieren Ausweglosigkeit nehmen es die Griechen weitgehend gelassen. Lauthals gehen sie zwar auf die Strasse, doch in Panik verfallen die Griechen nicht. Sie verlassen sich auf das, was sie über Generationen zusammengehalten hat: Die Familie und die Kirche. «Am Ende der Vertrauensliste stehen die Politiker und die Journalisten», sagt van Gent dazu, «was das Misstrauen in jede vom Staat beschlossene Massnahme unterstreicht.»

Doch gerade der Staat zählt am Pelopones zu den besten Arbeitgebern. Wer einmal eine Anstellung hat, bekommt eine in der Verfassung verankerte lebenslange Arbeits- und Pensionsgarantie. «Lange wusste man nicht, wie viele Staatsangestellte Griechenland hat. Jede Gemeinde konnte beliebig Personal einstellen, welches vom Staat – eben bis zum Lebensende – bezahlt wurde. Erst bei einer Zählung, bei der sich jeder Bedienstete registrieren lassen musste, sank die Zahl der Angestellten auf heute 750’000. Siebenmal mehr als in Österreich, einem von der Bevölkerungszahl her vergleichbaren Land.

Die seit der Einführung des Euro ausgebrochene Geldverschwendung kam ebenso plötzlich wie die drastischen Sparmassnahmen die Griechenland seit 2006 und ganz besonders in den letzten Jahren auf internationalem Druck durchzuführen hatte. Dass nicht die Ausländer – die ihr Investitionskapital von den Banken zurück wollten – die Bösen im Spiel sind, wird nun langsam auch den Griechen klar. Man reisst sich zusammen, trotzt der Jugendarbeitslosigkeit von 60% und haltet sich an dem fest was sich immer Bewärt hat: Die Familie und die Kirche. «Doch gerade die Kirche» sagt van Gent, «bezahlt als zweitgrösste Vermögensbesitzerin keine Staatssteuern und trägt direkt zur hohen Verschuldung bei. Doch die Politiker die wiedergewählt werden wollen sind gut beraten, diese tief verwurzelten Institutionen nicht in Frage zu stellen.

Prozess dauert viele Jahre
Damit ist auch klar, dass sich mit der verfilzten, ja korrupten und mit Skandalen umwobenen Regierung nicht viel ändern wird. «Griechenland ist heute wie ein Ölstaat, dem das Öl ausgegangen ist». Van Gent spricht von «Defetismus», den sich die Griechen selbst angetan hätten. wernervangent2Welches die Lösung sei, so der Journalist, wisse er aber nicht. «In den Vorgesprächen mit der Tagesschau sage ich immer, sie sollen mich ja nicht fragen, wie es mit Griechenland weiter gehen soll. Ich weiss es nicht. Ich bin nur der Journalist der Geschehenes wiedergibt, nicht der Experte für Krisenbewältigung». In den letzten Jahren sei Griechenland jedoch einem starken Wandel ausgesetzt. Noch sei keine Struktur und keine Richtung zu erkennen, aber immerhin wachse das Bewusstsein, dass sich Griechenland – nicht zum ersten Mal in seiner Geschichte – vollkommen verändern muss. Ob es gelingen wird wusste auch nach der anschliessenden Fragerunde niemand. Den über 200 Zuhörern im Kirchgemeindehaus Menziken wurde die Eigenart Griechenlands jedoch ein Stück näher gebracht und allen wurde das Bewusstsein geschärft, dass in der heutigen Zeit nichts bleibt wie es ist. «Griechenland ist wie Licht und Schatten», sagte van Gent abschliessend. «Es gibt viele dunkle Seiten, doch könnte Griechenland auch ein Vorbote dessen sein, was uns in Resteuropa noch erwartet. Anzeichen dafür gäbe es in Italien oder Portugal schon – vielleicht täte unsereiner gut, sich in diesem Punkt von den Griechen zu lernen und uns auf traditionelle Werte zu verlassen, das zu würdigen was wir haben.

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War das ein Jahr!

Mein einziger Vorsatz für das Jahr 2012 war, das neue Jahr zum besten von allen zu machen. Das Gute an solch schwammigen Vorsätzen ist, dass sie leichter einzuhalten sind – man kann es ja auslegen wie man will. Dass es dann aber gleich so gut werden würde, hätte ich nicht gedacht.

 

Am 15. Februar haben Anuschka und ich geheiratet. Festschmaus im McDonalds inklusive. Zu diesem Zeitpunkt kannten wir uns exakt 131 Tage, doch bestand nie nur ein Hauch eines Zweifels, dass dies nicht der richtige Weg sein würde. Liebe auf den ersten Blick, endlich angekommen zu sein, das Gefühl zu Hause zu sein! Dazu kommen weit weltlichere Vorteile wie ein warmes Daheim, der sichere Hafen, eine blitzgescheite, intelligente Frau und die rattenscharfe Figur. Meine Frau gab mir Auftrieb, Selbstvertrauen und Sicherheit, Dinge, die das beste Jahr von allen erst möglich machten. So schenkte sie mir nur zwei Wochen nach der Hochzeit eine Begegnung mit Lucio Dalla. Als wir nach Luzern fuhren sagte sie noch zu mir: “Man weiss ja nie, ob es die letzte Gelegenheit ist, den Mann zu sehen”. Die Musik von Lucio Dalla begleitete mich immerhin mein ganzes Leben lang. Zu jeder Stimmung, zu jedem Bild, für jeden Kummer und für jede Freude, kenne ich ein Lied von ihm. Seine warme Stimme spendet Trost und Freude zugleich. Und ich sagte zu meiner Frau: “Du hast recht” und flog mit ihr auf die Bühne und sang das Liebeslied “Caruso”. Nur zwei Tage nach dem Konzert starb Lucio Dalla.

 

In diesem Jahr gingen ohnehin viele, die uns alten Säcke begleitet haben. Whitney Houston, Timo Konietzka, Walter Roderer, Kurt Felix, Robin Gibb, Walo Lüönd, Leon Schlumpf, Scott McKenzie, Neil Armstrong, Richi Bucher, Otto Stich, Dirk Bach, Larry Hagmannn, Jack Klugmann. Sie alle erinnern uns an die eigene Sterblichkeit, an den Moment, in dem andere unsere Namen in einem Rückblick notieren werden. Unvergessen deshalb auch meine Mama, die nun schon zwei Jahre nicht mehr da ist. Und Eric, dessen Herz im Jahr davor einfach stehen blieb. Niemals würde ich ewig leben wollen, denn der Preis dafür wäre, immer alle gehen zu sehen. Wer könnte das aushalten!

 

Wir sprachen vom besten Jahr von allen. Da wäre zum Beispiel der FC Aarau zu erwähnen. Längst ein unwegknickbares Element in meinem Leben. Seit über zwei Jahren darf ich die Pressearbeit für meinen Lieblingsclub erledigen und habe zahlreiche tolle Begegnungen erleben dürfen. Ottmar Hitzfeld war sicher der berühmteste, aber daran beteiligt gewesen zu sein, die ganze Mannschaft aus dem Jahre 1985 zusammen zu trommeln, war auch ein ganz tolles Erlebnis. Das Weihnachtsessen mit dem ganzen Team und dem Staff war dann so was wie der Familienschlauch. Mein Schaffen als Pressemensch ist nun so weit gereift, dass ich viele Medienleute kennenlernen durfte und meine Arbeit weitum anerkannt wird. Ich habe mich dem Verband der Sportjournalisten angeschlossen und 1. Juni 2012 erschien mein erster Artikel im “Wynentaler-Blatt/Euses Blättli”. Dass es soweit kommen konnte, verdanke ich meiner lieben Frau, die jemanden kannte, der jemanden kannte, der jemanden suchte. Frieda Steffen ist im Suhrental eine Institution und mir kam die grosse Freude zuteil, sie in ihrem Gebiet unterstützen zu dürfen. Unglaublich, dass wir einander erst 43 Artikel später zu ersten Mal persönlich begegneten. Noch bevor dies geschah, empfahl sie mich dem Chefredaktor und dem Verleger der Regionalzeitung und seither habe ich meinen Traumjob im Sack.

 

Dieser Job löste und löst wie eine Welle anderer Dinge aus: Die beste Frau von allen muss nicht mehr 100% arbeiten gehen und ihr wird die Stelle im Solothurnischen genügen, damit wir alle Fünf über die Runden kommen. Sie hat bezüglich Arbeitsstelle einen Spiessrutenlauf hinter sich, bei dem die beteiligten Amtsstellen mehrheitlich das waren, was sie am besten können: Inkompet. Unglaublich, wie viel Arbeit alleine durch gegenseitiges Abschieben entsteht. Wäre nicht das vorbildliche Verhalten eines Betonmischers gewesen, der Bürokratie würde heute noch Vorschub geleistet.

 

Zur an diesem Ort zusammengefügten Familie Conoci gehören übrigens nicht nur Remo, Anuschka und Renato, sondern auch Katze Cheyenne und Kater Jesse James. Letzterer gesellte sich im Sommer zu uns. Renato zähle ich selbstverständlich auch “dazu”. Immerhin an 119 Tagen war er hier und ich habe jede einzelne Sekunde mit ihm genossen. Selbst dann, wenn er seine pubertären Launen ungefiltert an uns ausliess. Oder wenn er kurz vor Mitternacht entschied, morgen weder zur Schule, noch zur Mutter nach Hause gehen zu wollen. Wo soll man sein wie man ist, wenn nicht zu Hause? Und das zu Hause muss ja nicht an einem einzigen Ort sein, sondern ist da, wo das Herz ist. Dank dem guten Zusammensein und den hübschen kleinen Jobs die wir erledigen dürfen, kommt das mit der Kohle im neuen Jahr hoffentlich auch wieder ins Lot. Weil nämlich alles viel besser ist als vorher, sind auch Termine auf Ämtern und all das Zeug kein so grosses Problem mehr.

 

Es bleibt noch zu Danken, den zahlreichen Engeln, denen ich begegnen durfte. Michi, Dany, Tosci, Patrick, Marcel, Beat, Frieda und noch ein paar andere. Auf dass das neue Jahr zum besten von allen wird

Bilder: Hochzeitsessen im McDonalds, Lucio Dalla, FCA-Familientreffen mit Davide Callà und Alain Schultz, mein erster Wynentaler-Artikel, meine beiden zweibeinigen Schätzelis, Kater Jesse James.

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Ehrlichkeit ist das was übrig bleibt, wenn der Rest unter den Teppich gekehrt ist.

Vor den Regierungs- und Grossratswahlen 2012 im Kanton Aargau fallen zwei kleine Gruppierungen auf, die den Wahlkampf aufmischen wollen. Parteimitglieder sind mehrheitlich unzufriedene oder heimatlose Politiker, die mit ihrer einstigen Partei das politische Heu nicht mehr auf der selben Bühne haben. Besser wäre es ohnehin, es gäbe gar keine Parteien mehr.

Es gibt immer weniger Menschen, die politisch aktiv sind. Einige Parlamentarier des Nationalrats denken sogar laut über einen Profi-Betrieb wie beim Fussball nach und hegen Absichten, das Hobby zum Beruf zu machen. Politiker zu werden scheint nämlich an Attraktivität verloren zu haben, nachdem Burnouts selbst bei der SVP auftreten, welche das Phänomen jahrelang als IV-Betrug bezeichnete. Weil auch die SP von ihrer Familienpolitik abrückt und langsam zur Frauenpartei wird, verwahrlosen einst eiserne Verfechter linker und rechter Überzeugungen im Nichts. Dazu passend der Slogan der SLB: “Nicht links, nicht rechts – sondern vorwärts” – wo auch immer das sein soll.

SLB steht für “Sozial Liberale Bewegung”. Die politische Ungenauigkeit zeigt sich bei den Parteimitgliedern: Beat Leuenberger gehörte einst der SVP an, Ricardo Lumengo war Mitglied der SP. Ihre Gemeinsamkeit findet sich bei ihrem nicht ganz freiwilligen Abgang bei der jeweiligen Partei: Lumengo soll bei seiner Wahl in den Nationalrat gemogelt haben, Leuenberger wird verdächtigt bei der SVP eine interne Schlammschlacht inszeniert zu haben, nachdem er nicht mehr als Grossratskandidat aufgestellt wurde. Nun finden sich quasi Hinz und Kunz bei der “Partei der Heimatlosen”, wie die SLB schon scherzhaft genannt wurde.

Desorientierte können sich auch der DPS anschliessen, die “Direktdemokratische Partei” die sich auch “soziale Haimatpartei” nennet. Gründer der Partei Ignaz Baerth ist ein bekennender Rechtsradikaler und verliess die SVP im Streit – damit hätte ich noch nicht einmal ein Problem. Vielmehr ist die Verwirrung gross, wenn die DPS “für freie Meinungsäusserung” eintritt, mir bei Facebook aber den Kommentar weglöscht, in dem ich Portraitbilder aus dem Biergarten und den militärischen schriftzug im Logo kritisierte. Als ich nachfragte wurde mein Zugang auf die Seite gesperrt… Das sind schon Zustände wie bei einem Fernsehsender den ich kenne.

Die Frage ist: Wem kann man noch trauen?

Als Wähler habe ich den Eindruck, mit den neuen Parteien sei der Politlandschaft nicht wirklich gedient. Und mit dem Zerfall der alten Parteien auch nicht. Ob es etwas bringt mit der Faust im Sack Politik zu betreiben und Begriffe wie “Sozial” und “Meinungsfreiheit” je nach Bedarf zu verbiegen, ist so eine Sache. Andererseits bringt es nichts, eigene (linke, mittlere und rechte) Denkweisen aufzuweichen, um möglichst viele Stimmen zu bekommen – um dann doch am Volk vorbei zu politisieren. Die von allen Seiten hochgehaltene Ehrlichkeit bleibt da ein bisschen auf der Strecke, wenn die Hälfte unter den Teppich gekehrt wird.

Es bleibt mir deshalb nur noch, Köpfe zu wählen. Die Listen 1-12 der Grossratswahlen im Kanton Aargau sind schon zu Notizpapier verarbeitet worden -  geblieben ist nur die leere Liste. Von den Genannten in diesem Artikel kommt da aber keiner drauf.

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Die SP mag keine geschiedenen Väter

Soeben habe ich bei Politnetz.ch eine Grafik entdeckt, die mich schockiert hat. Bei der Frage nach der rückwirkend zu erteilenden elterlichen Sorge stimmte praktisch das ganze Parlament zu Gunsten der Gleichbehandlung. Nur die SP – Familienpartei, sozial engagiert und für die Rechte der Kleinen einsetztend – will nichts von gleiche Rechte für Väter wissen: Die SP mit der höchsten Enthaltungsquote und dem grössten NEIN-Anteil. Bei Lohngleichheit und Frauenquoten steht die SP sofort auf dem Teppich und die Väter werden quasi jetzt zum Ausgleich bestraft, weil es ja Männer sind? Damit ist die SP unwählbar geworden.

Worum ging es? Väter oder Mütter, die bei der Scheidung auf das Sorgerecht für ihre Kinder verzichten mussten, sollen dies bald ändern können. Der Nationalrat hat beschlossen, dass die gemeinsame elterliche Sorge auch rückwirkend der Normalfall sein soll. Der Entscheid fiel mit 109 zu 63 Stimmen bei 1 Enthaltung. Der Nationalrat will mit der Revision des Zivilgesetzbuches getrennten oder geschiedenen Eltern im Normalfall das gemeinsame Sorgerecht für die Kinder zuteilen. Nun beschloss er, bereits geschiedenen Vätern und Müttern zu ermöglichen, rückwirkend das gemeinsame Sorgerecht zu beantragen – egal, wie lange die Scheidung her ist. In der Gesamtabstimmung hiess der Nationalrat die Gesetzesänderungen zum Sorgerecht schliesslich deutlich mit 151 zu 13 Stimmen bei 9 Enthaltungen gut. Die Eckwerte der Vorlage hatte er bereits am Dienstag festgelegt.

Bleiben noch zwei Fragen: wo kann ich das Sorgerecht beantragen und welche Partei soll ich Zukunft wählen? – Bei Politnetz.ch gibts zahlreiche Filter und Optionen, die anschaulich zeigen, wer bei welchem Geschäft wie abgestimmt hat.

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Gmail-Spam bei Gmail

Vor zwei Tagen erreichte mich eine E-Mail die mir Sorgen bereitet. Jedenfalls wenn ich nur Hindu sprechen würde. Oder Schwedisch. Als Beherrscher der deutschen Sprache verstehe ich natürlich, dass mein Posteingang nicht systematisch beseitigt wird, falls ich den Empfang der E-Mail aufhänge!

Das beste ist: Die E-Mail gibt vor von Gmail zu stammen, dem Konto bei dem ich angemeldet bin. Obwohl es sich offensichtlich um Spam handelt, versagten ausgerechnet bei dieser E-Mail die Mechanismen von Gmail. Der Brief landete im ordentlichen Posteingang – und bot immerhin Gelegenheit ein bisschen zu schmunzeln.

Damit Google diesen Artikel nicht als Spam markiert, poste ich den Inhalt der E-Mail lieber als Bild :)

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SBB vergisst Zug in Oberentfelden

Fahrplanmässig fuhr der Zug in Zofingen um 08.18 Uhr los, klapperte die Kleinsthaltestellen auf dem Weg nach Suhr ab, ehe es weiter nach Lenzburg gehen würde.

Doch kurz vor Oberentfelden bleibt die Komposition unvermittelt stehen. Zunehmend ungeduldig schauen die Passagiere aus dem Fenster – doch auch das half nicht den Zug in Gang zu bringen. Nach einer gefühlten Ewigkeit ging’s dann doch noch weiter – die unverständliche Durchsage konnte die Passagiere nicht beruhigen und vor allem nicht mehr rechtzeitig nach Suhr bringen, denn der Anschluss war längst weg, Termine in Aarau so gut wie geplatzt. Zeit genug, beim Zugsführer nachzufragen was denn los war.

“Sie haben uns vergessen” erzählt der Chauffeur – Bitte was? “Ich habe in die Zentralen nach Aarau und Olten angerufen, dann sagten sie mir, sie hätten vergessen die Ampel auf grün zu stellen”, fährt der Lokführer fort. Und: “Das passiert öfter”.

Na Super. Spätestens von der nächsten Preiserhöhung erwarte ich, dass den Schlafmützen in Aarau und Olten ein Wecker gekauft wird. Und was die SBB angeht, bin ich mal auf die Antwort des Kundendienstes gespannt…

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Wetterleuchten

Was wir gerne als Wetterleuchten bezeichnen, sind ja eigentlich nichts anderes als Gewitter. Mit etwas Geduld und langer Verschlusszeit fängt man aber auch ein paar Blitze ein.

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Flashmob in der Region Aarau

Wer kennt sie nicht, die irrwitzigen Flashmobs, bei denen Hunderte von Menschen aus dem Nichts heraus wie angewurzelt stehen bleiben, oder eine Tanzshow in Mitten der Bahnhofspassage hinlegen. Wer Lust hat, in der Region Aarau bei einem solchen Flashmob mitzumachen, hat jetzt die einmalige Chance dazu.

Der Flashmob findet am 25. August 2012 statt und soll mit 150 Menschen über die Bühne gehen. Dafür sind noch einige Plätze frei, weshalb der Veranstalter “vorwärts denkende Menschen” sucht, wie auf der Anmeldeseite zu erfahren ist. Wer mitmacht, bekommt ein T-Shirt und eine Puppe und muss sich zu einer bestimmten Zeit, an einem bestimmten Ort bereithalten – Details werden natürlich noch nicht verraten. Der Auftritt wird gefilmt und anschliessend auf Youtube veröffentlicht.

Für Solidarität, Freiheit und Toleranz

Hinter der Aktion steht eine Bewegung, die politisch orientiert ist, sich aber nicht in eine linke oder rechte Ecke zwängen lassen will. Und deshalb unterstütze ich die Aktion auch. Der ewige Politfilz nervt ja nun wirklich langsam, weshalb ein frischer, vielleicht sogar ungezwungener Wind der Landschaft ganz gut tut. Was so alles nicht gerecht verteilt ist auf dieser Welt, stand ja schon in diesem Blog – die Initianten der Aktion stehen dafür ein, die wirklichen Anliegen voranzutreiben, und nicht vier Jahre lang Wahlkampf zu betreiben.

Die Bewegung nennt sich SLB, was für “Sozial Liberale Bewegung” steht. Sie Gruppe kämpft also für mehr Rechte der Menschen, für Solidarität, Freiheit und Toleranz und will ungewohnte Wege gehen – wie eben mit diesem Flashmob, der die Leute zum Staunen und Schmunzeln bringen soll. Den Unwissenden Passanten wird etwas geboten und dafür sollen sich die Flashmob-Teilnehmer auch vorbereiten können. Wer mitmachen will, sollte sich also beeilen, damit er auch wirklich nichts verpasst. Unter den Teilnehmenden wird übrigens ein Samsung Galaxy verlost – als kleiner Anreiz, falls das Mitmachen bei etwas ganz Besonderem als Motivation nicht reichen sollte.

Spass ist also garantiert für jene, die am Samstag, 25. August 2012 tagsüber beim ersten Aargauer Flashmob mitmachen wollen. Anmelden können sich alle, die das Anmeldeformular ausfüllen – die Angabe der E-Mail wird benötigt, um mehr Infos über Ort und Zeit zu erhalten, die Handy-Nummer wird gebraucht, um am Aktionstag via SMS das Startzeichen zu geben. Also los! Jetzt für den Aargauer Flashmob anmelden!

 

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