Die Ranger werden zur festen Institution

Längst ist die Hallwilersee-Region bekannt als wunderschönes Naherholungsgebiet. In den vergangenen Jahren schlug sich das auch in markant steigenden Besucherzahlen nieder.So entstand ein Projekt zum Schutze der Seeuferwege, welches nun nach erfolgreicher Testphase mindestens vier Jahre weitergeführt wird.

Best of rc. @ Wynentaler Blatt 2014 – März (1/5)

RANGERDie Stimmung im Panoramasaal des Seehotels Delphin war letztlich aufgeräumt. Bis in die Abenddämmerung wurden noch letzte Details geklärt, die den Auftrag der Ranger rund um den Hallwilersee umschreiben sollten. Zu klären war etwa, ob diese künftig Bussen verteilen dürfen, wenn beispielsweise Hundebesitzer sich nicht an die Leinenpflicht halten – was nicht selten vorkommen dürfte.Als dann die Gäste zum zweiten Teil des Abends geladen wurden, legte sich schon die Nacht über den See,doch die Gesichter der Beteiligten konnten heiterer nicht sein.

Hallwilersee für Mensch und Natur

Denn die neun Trägergemeinden, die beiden Kantone Aargau und Luzern, die Polizei – und nach dessen Gründung der «Verein Hallwilersee für Mensch und Natur», konnten sich darüber einigen, dass sich der Einsatz der Ranger rund um den Hallwilersee in den letzten drei Jahren bewährt hat und deshalb weitergeführt wird. «Ich bin sehr glücklich, dass es zur Gründung des Vereins gekommen ist, die Finanzierung ist gesichert, es kann weiter gearbeitet werden», sagte ein sichtlich zufriedener Hans Schärer gegenüber dem Wynentaler Blatt. Als Gemeindeammann von Beinwil am See war er beim Entstehen der Idee dabei und begleitete das Projekt bis heute als Präsident der Ranger-Steuerungskommission. Nun ist daraus ein Verein entstanden, dem Schärer aber nicht mehr als vorstehen will. «Für mich ist hier Schluss», erklärte dieser. Schon bei seiner Ansprache gab er zu verstehen, dass die vergangenen Jahre doch sehr zeitintensiv waren. «Ursprünglich wollten wir den Verein bereits im vergangenen Oktober gründen, doch ich habe den Aufwand unterschätzt. Nach zahlreichen Überarbeitungen und dem Berücksichtigen aller Wünsche wurde der formelle Akt heute vollzogen.»

Besucherzahl nimmt zu

«Es ist jetzt an der Zeit, frischen Kräften Platz zu machen», erklärte Schärer weiter und überlässt die Führung des Vereins dem Gemeindepräsidenten von Meisterschwanden, Ulrich Haller. Dieser betonte vor versammelter Gästeschar, dass der Hallwilersee eine Perle sei, die öffentlich zugänglich sein müsse. «Aber», präzisierte Haller später,«Die Besucherzahl nimmt stetig zu.Am vergangenen Wochenende hätten wir fast vierspurige Spazierwege gebraucht. Wir müssen zum Hallwilersee Sorge tragen und dafür braucht es Regeln.»

Sechs Ranger

Dass diese Regeln eingehalten werden, dafür sorgen sechs Ranger, die wie bisher unter der Führung von Bruno Fürst stehen. Sie werden auch künftig besonders an Wochenenden um den See patrouillieren, ganz nach dem Vorbild amerikanischer Nationalpärke. «Es sind keine Polizisten, sondern Personen, die eine Aufsichtsfunktion erfüllen. Ihnen liegt sehr viel daran, die prächtige Landschaft um den See zu erhalten», erklärte Präsident Haller.Alle sechs Ranger zusammen erfüllen knappe 100 Stellenprozente, die Arbeitsverträge werden in den nächsten Tagen undWochen noch ausgerarbeitet. «Bussen werden diese jedoch auch weiterhin keine verteilen können», präzisierte der Präsident, doch würden mit der Polizei gemeinsame Seeumgänge durchgeführt.Auch die Regionalpolizei aargauSüd war an den Verhandlungen dabei, an diesem Abend vertreten durch Leutnant Dieter Holliger.

Gemeinden und Kantone haben den Lead

Neben Ulrich Haller wird der Vorstand des Vereins komplettiert durch die Gemeinderäte Verena Christen (Birrwil), Jörg Remund (Boniswil), Christian Budmiger (Aesch), sowie Susana Geissbühler, als Vertreterin der Kantone. Das Jahresbudget liegt bei rund 100’000 Franken.Alle Träger sind an der Finanzierung des Vereins mit einem dem Seeuferanteil entsprechenden Beitrag beteiligt. In vier Jahren wird man erneut Bilanz ziehen und vielleicht liegen bis dann auch genauere Zahlen vor, wie sich der Besucherstrom am Hallwilersee entwickelt hat.

Dieser Artikel erschien im Wynentaler Blatt Nr. 9/2014.
Texte aus der Zeitung. Sie haben den Nachteil, dass man die richtige Ausgabe gekauft haben muss, um sie (nach-)lesen zu können. Egal ob es der grösste Schrott war, oder ein Glanzlicht der Weltliteratur: Verpasst man die Zeitung, ist der Text für immer weg. Aus diesem Grund erscheinen im Goggiblog meine kleinen Perlen aus dem Wynentaler Blatt. Für die Ewigkeit konserviert, sozusagen.

 

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