Gmail-Spam bei Gmail

Vor zwei Tagen erreichte mich eine E-Mail die mir Sorgen bereitet. Jedenfalls wenn ich nur Hindu sprechen würde. Oder Schwedisch. Als Beherrscher der deutschen Sprache verstehe ich natürlich, dass mein Posteingang nicht systematisch beseitigt wird, falls ich den Empfang der E-Mail aufhänge!

Das beste ist: Die E-Mail gibt vor von Gmail zu stammen, dem Konto bei dem ich angemeldet bin. Obwohl es sich offensichtlich um Spam handelt, versagten ausgerechnet bei dieser E-Mail die Mechanismen von Gmail. Der Brief landete im ordentlichen Posteingang – und bot immerhin Gelegenheit ein bisschen zu schmunzeln.

Damit Google diesen Artikel nicht als Spam markiert, poste ich den Inhalt der E-Mail lieber als Bild 🙂

SBB vergisst Zug in Oberentfelden

Fahrplanmässig fuhr der Zug in Zofingen um 08.18 Uhr los, klapperte die Kleinsthaltestellen auf dem Weg nach Suhr ab, ehe es weiter nach Lenzburg gehen würde.

Doch kurz vor Oberentfelden bleibt die Komposition unvermittelt stehen. Zunehmend ungeduldig schauen die Passagiere aus dem Fenster – doch auch das half nicht den Zug in Gang zu bringen. Nach einer gefühlten Ewigkeit ging’s dann doch noch weiter – die unverständliche Durchsage konnte die Passagiere nicht beruhigen und vor allem nicht mehr rechtzeitig nach Suhr bringen, denn der Anschluss war längst weg, Termine in Aarau so gut wie geplatzt. Zeit genug, beim Zugsführer nachzufragen was denn los war.

„Sie haben uns vergessen“ erzählt der Chauffeur – Bitte was? „Ich habe in die Zentralen nach Aarau und Olten angerufen, dann sagten sie mir, sie hätten vergessen die Ampel auf grün zu stellen“, fährt der Lokführer fort. Und: „Das passiert öfter“.

Na Super. Spätestens von der nächsten Preiserhöhung erwarte ich, dass den Schlafmützen in Aarau und Olten ein Wecker gekauft wird. Und was die SBB angeht, bin ich mal auf die Antwort des Kundendienstes gespannt…

Wetterleuchten

Was wir gerne als Wetterleuchten bezeichnen, sind ja eigentlich nichts anderes als Gewitter. Mit etwas Geduld und langer Verschlusszeit fängt man aber auch ein paar Blitze ein.

Flashmob in der Region Aarau

Wer kennt sie nicht, die irrwitzigen Flashmobs, bei denen Hunderte von Menschen aus dem Nichts heraus wie angewurzelt stehen bleiben, oder eine Tanzshow in Mitten der Bahnhofspassage hinlegen. Wer Lust hat, in der Region Aarau bei einem solchen Flashmob mitzumachen, hat jetzt die einmalige Chance dazu.

Der Flashmob findet am 25. August 2012 statt und soll mit 150 Menschen über die Bühne gehen. Dafür sind noch einige Plätze frei, weshalb der Veranstalter „vorwärts denkende Menschen“ sucht, wie auf der Anmeldeseite zu erfahren ist. Wer mitmacht, bekommt ein T-Shirt und eine Puppe und muss sich zu einer bestimmten Zeit, an einem bestimmten Ort bereithalten – Details werden natürlich noch nicht verraten. Der Auftritt wird gefilmt und anschliessend auf Youtube veröffentlicht.

Für Solidarität, Freiheit und Toleranz

Hinter der Aktion steht eine Bewegung, die politisch orientiert ist, sich aber nicht in eine linke oder rechte Ecke zwängen lassen will. Und deshalb unterstütze ich die Aktion auch. Der ewige Politfilz nervt ja nun wirklich langsam, weshalb ein frischer, vielleicht sogar ungezwungener Wind der Landschaft ganz gut tut. Was so alles nicht gerecht verteilt ist auf dieser Welt, stand ja schon in diesem Blog – die Initianten der Aktion stehen dafür ein, die wirklichen Anliegen voranzutreiben, und nicht vier Jahre lang Wahlkampf zu betreiben.

Die Bewegung nennt sich SLB, was für „Sozial Liberale Bewegung“ steht. Sie Gruppe kämpft also für mehr Rechte der Menschen, für Solidarität, Freiheit und Toleranz und will ungewohnte Wege gehen – wie eben mit diesem Flashmob, der die Leute zum Staunen und Schmunzeln bringen soll. Den Unwissenden Passanten wird etwas geboten und dafür sollen sich die Flashmob-Teilnehmer auch vorbereiten können. Wer mitmachen will, sollte sich also beeilen, damit er auch wirklich nichts verpasst. Unter den Teilnehmenden wird übrigens ein Samsung Galaxy verlost – als kleiner Anreiz, falls das Mitmachen bei etwas ganz Besonderem als Motivation nicht reichen sollte.

Spass ist also garantiert für jene, die am Samstag, 25. August 2012 tagsüber beim ersten Aargauer Flashmob mitmachen wollen. Anmelden können sich alle, die das Anmeldeformular ausfüllen – die Angabe der E-Mail wird benötigt, um mehr Infos über Ort und Zeit zu erhalten, die Handy-Nummer wird gebraucht, um am Aktionstag via SMS das Startzeichen zu geben. Also los! Jetzt für den Aargauer Flashmob anmelden!

 

Preisvergleich II

Jetzt mal ehrlich. Die „radikalen Preissenkungen“ mit denen hierzulande bei Grossverteilern um die Käufergunst gebettelt wird, sind ja wohl ein blanker Witz. Man gebe den tiefen Euro an die Kunden weiter, heisst es, und sogar vom Boykott von Zwischenhändlern einzelner Produkte war Ende 2011 die Rede. „Uncle Ben’s“ gab es zwischenzeitlich nicht mehr überall zu haben – inzwischen gehören leer geräumte Verkaufsreale jedoch schon wieder der Vergangenheit an und der Kunde „profitiert“ von Vergünstigungen bis zu 20%. Sagen die Grossverteiler.

Ach ja? Es gibt bestimmte Gründe, warum ein Restaurant für eine Tasse Kaffee Fr. 3,10 (Manor, Baden) oder Fr. 4,50 (Himmel, Baden) verlangt – obwohl der reine Warenwert ein paar Rappen ausmachen dürfte. Die Regulierung über den Preis für Kafi oder Bier ermöglichen es der Beiz verhältnismässig günstige Menü-Preise anzubieten, bei denen dann nur eine minimale, oder fast gar keine Marge herausschaut. Warum aber Markenprodukte in Schweizer Verkaufsregalen durchs Band massiv überteuert sind ist für mich unverständlich. Selbst HSG-Studenten können nur nachbeten, was ihnen eingetrichter wird – erklären kann es keiner.

Beispiel Kosmetika. Eine 100ml-Flasche NIVEA Styling Mousse Volume Sensation kostet bei Coop „dauerhaft reduziert“ statt Fr. 7,20 nur noch Fr. 6,40 – das war in der hauseigenen Coop-Zeitung nachzulesen (im Bild rechts). Der Sprung über die Grenze offenbart uns aber einen mittleren Preisschock. Das identische Produkt kostet im Kaufland Waldshut Euro 1,75 (im Bild links). Wer die Mehrwertsteuer an der Grenze zurückverlangt bezahlt also gerade mal Euro 1,41. Umgerechnet auf Schweizer Franken ergibt das einen Preis von Fr. 1,69. Damit ist das identische Produkt in der Schweiz 278 % teurer! Oder umgekehrt: In Deutschland kostet eine 100ml-Flasche NIVEA Styling Mousse Volume Sensation 73% weniger. Selbst unter Berücksichtigung der Transportwege und der höheren Löhne der Schweizer, ist der Preis bei uns massiv zu hoch.

Diese Berechnungen lassen sich auf den gesamten Wocheneinkauf anwenden. Waschmittel, Deos, Zahnpasta und Kleider kosten durchschnittlich (auch dank dem MwSt-Abzug) rund 60% weniger. Frischprodukte wie Fleisch und Milch schlagen trotz tieferer Mehrwertsteuer ähnlich zu Buche. Wegen den Einfuhrbestimmungen dürfen wir chweizer davon nicht viel importieren und wir schielen neidisch auf die unglaublich tiefen Fleischpreise: Euro 3,59 für ein Schweinefilets, Euro 4,90 für die gleiche Menge Rindsragout – die Schweiz ist 5 Mal teurer.

In diesem Sinne: Liebe Schweizer Grossverteiler, macht doch mal einen wirklichen Preisabschlag und nicht nur einen, der aussieht als ob.

Ein amerikanisches Schreckmümpfeli

Es gibt Schweizer Produkte, die lassen sich nicht exportieren. Nicht nach Amerika. In keiner Weise. Nicht einmal ein Absatzmarkt besteht dafür. Ich denke da an Brittnauer Abfallsäcke. Oder Schneebälle aus dem Wallis. Ebenfalls kaum eine Käuferschaft findet sich in Amerika für die bei uns äusserst beliebten „Schreckmümpfeli“ – kleine Schauergeschichten, die immer montags um 23.03 Uhr, sofort nach den Nachrichten zu hören sind. Woche für Woche, seit gefühlten 200 Jahren. Doch es gibt tatsächlich eine US-Amerikanische Version vom Schreckmümpfeli, nämlich das „Schreckmümpfeli“. Ja genau: die selbe Version, die gleiche Sprache. Nur eben amerikanisch.

Der Unterschied zur Schweizer Version? Der Preis! ansonsten ist alles gleich: Michael Schacht erzählt Geschichten von Herbert Timm, eine schaurig gruselige Gechichte nimmt findet ein pointiertes Ende. Nur eben: der Preis. Wer eine Geschichtesammlung im Herkunftsland Schweiz kaufen will, bezahlt bei iTunes 23 Franken für die neuste Kollektion. Das genau gleiche Produkt kostet den Amerikaner nur 14 Dollar und 95 cent. Beim Aktuellen Kurswechsel sind das keine 14 Franken.

Bei exportierbaren Artikeln wie Schokolade oder Käse würde man an dieser Stelle den grösseren Absatzmarkt der USA als Erklärung herbeizerren. Auch eine sehr beliebte Erklärung: die teuren Löhne in der Schweiz. Aber das Schreckmümpfeli! Nicht einmal die automatische iTunes-Umrechnung kann ins Feld geführt werden, denn obwohl CD Nummer 7 und CD Nummer 8 bei uns unterschiedlich viel kosten, will man in Amerika schlichte CHF 13,75. Einfach so.

Mit den gesparten 9 Franken, kann man sich ja die etwas verstaubte Verison von FIFA 12 herunterladen. Die kostet im Schweizer Apple-Store nämlich 9 Franken. Ausser man ginge auch dafür in den amerikanischen iTunes-Laden. Dort kostet das Teil nur noch 1 Dollar…

da soll sich noch einer wundern, wenn wir alles halblegal runterladen…

Machtmissbrauch

Regierungschefs machen es, Finanzhaie und geschiedene Mütter. Sie haben Macht und nutzen sie gnadenlos aus. Wenn Mütter damit 10 Jahre nach der Trennung anfangen, habe ich Fragen. Eine Geschichte der denkwürdigen Art.

Gehen wir einfach davon aus, keine der in dieser Erzählung beteiligten Personen sei uns bekannt. Nehmen wir weiter an, dabei ginge es um eine 40-jährige Mutter, einen 43-jährigenVater und einen elfjährigen Bub. Mutter und Vater sind seit fast 10 Jahren getrennt, mehr als die Hälfte davon geschieden. Der Bub mag beide, sowohl die Mama wie auch den Papa. Das Verhältnis unter den Erwachsenen war nicht immer gleich. Abhängig vom Beziehungsstatus und der Geldsituation mal freundschaftlich, mal gehässig. Vor etwa einem Jahr, vertrug sich das ehemalige Pärchen ganz gut: er holte sie vom Flughafen ab, sie war für Kaffee und Kuchen besorgt, nachdem seine Mutter starb. Bei den Kindsübergaben an Papa-Wochenenden unterhielt man sich über das Wetter und über Nichtigkeiten. Mehr nicht, aber auch nicht weniger.

Später heiratete Er ein zweites Mal, Sie fand in Deutschland die Liebe ihres Lebens.

Macht man nun einen zeitlichen Sprung von ein paar Monaten, hin zum 15. Juli 2012 ist von der freundschaftlichen Stimmung nichts mehr zu sehen. Sie entfreundete Ihn bei Facebook, weil sie „ihr eigenes Leben leben wolle“. Sie entschloss sich, Ihn bei der Kindsübergabe nicht mehr grüssen zu wollen und versteckt sich seither hinter der Türe. Sie checkt die E-Mails ihres Sohnes, sieht, dass er in Kontakt mit Papa steht und hindert den Bub daran, die Mails abzurufen. Sie verschweigt dem Vater wichtige Termine, weil sie diesem nicht begegnen will.

Und dann kam der besagte 15. Juli, als die Situation eskalierte.

Besuchstag im Pfadfinder-Lager. Der gemeinsame Bub war erstmals in seinem Leben ganze zwei Wochen ohne Elternteil in den Ferien. In der Mitte gab’s einen Besuchstag für Eltern und Verwandte – nicht gleich um die Ecke, sondern sagen wir mal: in Engelberg. Mutter und Freund aus Deutschland, sowie Vater mit neuer Ehefrau, fuhren getrennter Wege ins Berner Oberland. Die Freude beim Kind war gross, ja überschwänglich: Beide Elternteile waren gekommen, dazu Grosi und Grosspapi, und mit den neuen Partnern seiner Eltern hat es der Kleine ja auch gut. Die Elternteile gehen sich aus dem Weg – eigentlich wäre an der ganzen Sache nichts weiter auszusetzen gewesen. Als sich der offizielle Teil des Besuchstages zum Ende neigte, blieben den Besuchern drei Stunden Zeit, die sie mit ihren Kindern verbringen konnten. Erst gegen Abend mussten die Kinder wieder ins Zeltlager zurück. Also was tun? Etwas trinken gehen? Eine Katastrophe inszenieren?

Der Bub ist sehr sensibel, was das Verhältnis seiner Eltern angeht. Ihm entging denn auch nicht die Spannung, die zwischen den Elternteilen lag. Seit – wen erstaunt es – einem halben Jahr schreibt dem Fünftklässler schlechte Noten. Bestraft wird er mit dem Entzug von Privilegien – zusätzliche Lernhilfe wird verweigert, schon gar nicht mit seinem Papa, der das schon dutzendfach anbot. Obwohl das Kind wusste, dass ein „gemeinsam etwas Trinken gehen“ gefährlich sein würde, bat er seine Mutter darum, Papa möge doch mitkommen dürfen. Es sei ihm wichtig und schliesslich war das sein Tag und er wolle alle bei sich haben. Mutter wollte aber nicht. Der Vater beobachtete die Kindsmutter, wie sie sich mit versteinerter Mine vom Sohn abwandte. Er erkannte die Mimik. Es war dieses „ich will das jetzt nicht und bin beleidigt und rede mit niemandem mehr“, wie er es noch aus der gemeinsamen Zeit in Erinnerung hatte.

Die Gruppe bewegte sich ins Dorf – ohne nachzufragen folgten der Vater  und seine neue Frau dem Sohn. Wie gewöhnlich an einem sommerlichen Sonntag sind in einem Wintersportgebiet nur wenige Restaurants offen. Man ging durch Strassen und Gassen, suchte nach freien Tischen – knapp 100 andere Besucher taten es ihnen gleich. Währen der Vater zusammen mit dem Grosi (mütterlicherseits notabene) voran gingen, blieb die Mutter zurück. Weiter mit versteinerter Mine. Der sensible Sohn bemerkte dies und fragte bei Mama nach. Der Vater beobachtete die Szene aus der Ferne und entschied, sich vorerst nicht einzumischen. Er stellte sich vor, der Kleine trüge seinen Wunsch ein weiteres Mal vor, Sie noch immer stur, will diesen Papa nicht in der Nähe haben. Das Kind fängt an zu weinen und der Vater nähert sich den beiden, als sich diesem unvermittelt der deutsche Freund in den Weg stellt:
„geh einen Meter weg“ –
„was soll ich?“ –
„ich will dass du einen Meter von den beiden Abstand nimmst…“, wiederholt der Deutsche seine Forderung.
„Was soll das?“ fragte der Vater
„..und fass mich nicht an, sonst…“ fährt der Deutsche fort.

Auch Sie meldete sich nun zu Wort: „Uns wäre es recht wenn du weggehst“.

Uns? Also Ihr und dem Deutschen Freund? Oder Ihr und dem gemeinsamen Sohn?“ Der verdutzte Vater wollte wissen worum es geht, erfuhr aber nur die abwehrende Haltung der beiden Erwachsenen. Der Sohn weinte und bat nun den Papa unter bitteren Tränen, nicht zu streiten. Dieser respektierte den Wunsch seines Sohnes, erkannte überdies die Ausweglosigkeit der Situation und wollte sich von seinem Sohn verabschieden. Die Frau gab diesen frei und entfernte sich einige Meter, zusammen mit ihrem Freund. Papa und der kleine Bub weinten grosse Krokodilstränen, hielten sich fest, denn der Kleine wollte nicht dass Papa gehen muss. Das wollte Papa übrigens auch nicht. Die beiden hielten sich fest – der Elfjährige mit seiner ganzen Kraft, sein Vater konnte sich kaum bewegen. Dieser versicherte seinem Sohn, ihn ganz fest zu lieben und er müsse keine Angst haben. Er würde jetzt aber besser gehen. In diesem Moment presste der Kleine seinen Papa noch fester an sich, als wollte er sagen, „lass mich nicht alleine“ – „Ich lasse Dich nicht alleine“, sagte Papa. „Ich bin immer hier drin“ und tippte auf das Herz des Sohnes. „Ich bin nicht böse auf Mama. Sie will einfach nicht dass ich mitkomme“.

„Kommst du dann endlich“ zischte die Stimme der Mutter es aus zehn Metern. Der Kleine wollte nicht, doch Papa fand die Worte um ein Loslassen zu ermöglichen. Unter lauten Tränen ging er zu seiner Mama, während Papa sich mit den verdutzten Grosseltern unterhielt. Sie scheinen von der Situation bisher nicht viel mitbekommen zu haben, oder vielleicht hören sie nur eine verbitterte Version der Tochter? Was diese wohl herumerzählt über ihren Ex-Mann? Es ist unglaublich, wie sich diese Mutter verhält. Sie missbraucht quasi den Sohn, um ihre plötzliche Abneigung gegenüber ihrem Ex-Mann auszuleben. Eine 40-Jährige, die es nicht schafft, nach 10 Jahren der Trennung, sich für eine halbe Stunde zusammenzureissen. Was hat der Ex ihr angetan? Warum schweigt sie sich aus und schliesst den Papa bei jeder nur möglichen Gelegenheit aus? „Ich habe das Sorgerecht“, „Du musst dich fügen, sonst…“ Was musste sich dieser Vater schon an Fiesheiten anhören. Und was ist mit dem Deutschen Freund? Gehört er etwa einer Gehirnwäsche-Sekte an?

Mir ist das ein Rätsel. Vielleicht weiss jemand Rat… ich würde ihm dem verzweifelten Papa gerne weitergeben.

Grüsse vom Steueramt?

Die Plakate auf dem folgenden Bild stehen unter anderem im Aarauer Schachen an der Hauptstrasse. Kann mir mal jemand verraten, was die können? Wer das Zeug aufhängt? Diese schwarz/weissen Vierecke, erinnern mich an meine Steuererklärung. Genauer, an die vorletzte Steuererklärung, weil die letzte muss ich ja erst noch erklären. Schon nur, dass man dem Steueramt die Steuern erklären muss, finde ich ja die Höhe fehlender Kompetenz. Viel mehr sollte mir mal jemand erklären, was diese komischen Vierecke genau können. Ist mein Erkennungssensor im Hirn ausser Betrieb? Sind Ausserirdische am Werk? Oder steckt doch das Steueramt dahinter?

Wer die Plakate hat aufhängen lassen ist mal wieder nicht klar. Waku-Doki vermutlich. Oder die Piratenpartei. Denn wenn man dem bit.ly-Link folgt (http://bit.ly/vTwwuZ), der auf den Plakaten ebenfalls zu sehen ist, kommt man zu einem dreiminütigen Worterguss eines Professors, der über die Machtverschiebung durch das Internet referiert. Galten nicht einst die Zeitungen und die Medien als vierte Macht? Sind es jetzt plötzlich wir, die Blogger, Twitterer, Facebookler, Flickrerer und Instagrammer, welche die Macht an sich gerissen haben? Wenn ein Facebook-Status reicht, um 10’000 Leute an eine Tanz-Demo zu lotsen, könnte man das fast annehmen.

Ich rätsle also immer noch darüber, was das Viereck soll und wer dahinter steckt. ich bleibe dabei: vermutlich das Steueramt…

Einkaufen im Ausland ist keine Frage der Moral

Leitartikel aus der AZ vom 19. Mai 2012, geschrieben von Christian Dorer, dessen Meinung ich nicht immer teile. In diesem Fall bin ich neben seiner Fähigkeit, die Kernaussage in knappen Worten aufzuzeigen auch von der Aussage begeistert.

Man könnte fast von einer Bevormundung des Migros-Kunden sprechen. Aber was ich viel schlimmer finde von den Looslis und Studierten die unsere Wirtschaft gefährdet sehen: Man vertritt die Meinung der Sicht der Ober- und Mittelschicht. In der Schweiz gibt es aber 2 Millionen Sozialhilfebezüger (AHV, IV, Opferhilfe, Alimentbevorschussung, Arbeitslosenzahlungn usw.) – das wird einfach mal ausgeblendet.

Mehr zum Thema: 6’000 Franken sparen

Treffen der Traditionen

Mit St. Gallen und Aarau treffen zum Ende der Challenge-League-Saison zwei traditionsreiche Mannschaften aufeinender. Ihre gemeinsame Vergangenheit war geprägt von emotionsreichen Ereignissen, einem Skandalspiel und dem Jahrhunderttor von Massimo Colomba. Es gibt klare Hinweise, dass am kommenden Samstag der FC Aarau trotz desaströser Auswärtsbilanz in St. Gallen als Sieger vom Platz gehen wird.

Am 18. Mai 1982, vor fast auf den Tag genau 30 Jahren, gewann der FC Aarau bei der letzten Austragung des Ligacups das Final-Hinspiel in St. Gallen mit 1:0. 1’800 Zuschauer pilgerten aufs Espenmoos, René Rietmann traf in der 75.Minute. Es sollte einer von lediglich fünf Siegen bleiben, die der FCA in den folgenden drei Jahrzehnten in der Ostschweiz feiern würde.

Eines der torreichsten Spiele ereignete sich vor fast genau 16 Jahren, am 14. Mai 1996. Bis in die 35. Minute brachten Adrian Allenspach, Dani Wyss und ein Eigentorschütze den FCA mit 4:1 in Führung – die Aufholjagd der Ostschweizer kam zu spät, das Schlussresultat lautete 4:3 für Aarau. Beim FCA spielte damals auch ein gewisser Jeff Saibene, der aktuelle Trainer vom FCSG.

Saibene schoss für den FC Aarau insgesamt 3 Meisterschaftstore – zwei Drittel davon gegen seinen aktuellen Arbeitgeber: am 7. Oktober 1989 bei der 1:2-Niederlage im Brügglifeld und am 8. August 1992 gelang dem Luxemburger ebenfalls das seltene Glück. Der 1992 erzielte 4:1-Erfolg, stellt in der Aarauer Vereinsgeschichte gleichzeitig den höchsten Sieg in St. Gallen dar.

Weniger Glück hatte Saibene während der 12 Spiele als Cheftrainer des FC Aarau (Saison 2009/10). In St. Gallen ging die Partie mit 0:1 verloren und auch sonst musste der Luxemburger 8 weitere Niederlagen von der Seitenlinie aus miterleben. Dass ihm in der gleichen Saison drei weitere Trainer folgen sollten (Andermatt, Jakovljevic, Strasser) spricht jedoch eher gegen die Qualität der damaligen Mannschaft.

Umgekehrt hat auch Aaraus Trainer René Weiler eine Vergangenheit bei St. Gallen. Während seiner Tätigkeit als Sportchef kam es im Viertelfinal des Schweizer-Cups 2004/05 zum Penaltyschiessen zwischen St. Gallen und Aarau (welches Aarau gewann). Dies, nachdem der FCA dreimal in Führung ging. Unter anderem scheiterte dabei übrigens St. Gallens Daniel Imhof bei seinen Versuch vom Elfmeterpunkt. Der 34-Jährige steht auch am kommenden Samstag im Aufgebot der Ostschweizer.

In der einzigen Saison, in welcher René Weiler als Spieler beim FC Aarau engagiert war (1993/94), kam es nie zu einem Direktvergleich mit den Ostschweizern – St. Gallen spielte in jener Saison in der Nationalliga B.

Gegen St. Gallen gelang dem FC Aarau eines der spektakulärsten Tore der Vereinsgeschichte. Am 26. April 2003 kickte Torhüter Massimo Colomba den Ball über das ganze Spielfeld des Brügglifelds. Der Ball sprang einmal auf und flog ohne von einem anderen Spieler berührt zu werden ins Tor – Aarau gewann das Spiel 1:0.

Auch zu einem Skandalspiel war es zwischen den beiden Traditionsvereinen gekommen. Am 17. September 2006 gelang dem FC Aarau in einer bis dahin verkorksten Saison (7 Spiele, 1 Punkt) mit einem 4:0 der sportliche Befreiungsschlag. Doch das Spiel wurde in eine 0:3 Forfait-Niederlage umgewandelt. Nach einer ungeahndeten Attacke gegen Aaraus Torhüter Colomba wurde dieser durch Ersatzkeeper Astrit Rrustemaj ersetzt, der jedoch keine Spiellizenz für die 1. Mannschaft besass.

Die Bilanz zwischen den beiden Teams ist sehr ausgeglichen. Nimmt man sämtliche Spiele seit der Gründung des FC Aarau im Jahre 1902 in die Buchhaltung, entstehen kuriose Zahlen: In 129 Spielen gewannen beide Teams je 46 Mal, bei 37 Gelegenheiten trennte man sich unentschieden – das Torverhältnis steht bei 196 : 196.

Seit dem Aufstieg des FC Aarau 1981 begegneten sich die beiden Teams bei 82 Gelegenheiten. Es resultierten 28 Siege für Aarau, 24 Unentschieden und 30 Siege für St. Gallen, bei einem Torverhältnis von 121:111 für die Aargauer). Auffällig ist die jeweilige Heimstärke der beiden Teams und entsprechend düster sieht die Auswärtsbilanz aus Sicht der Aarauer aus: Bei einem Torverhältnis von 39:63 resultierten in 41 Begegnungen gerade mal 5 Siege, davon 3 in der Meisterschaft. Der letzte Vollerfolg geht auf den 14. Mai 1996 zurück: Aarau gewann die Finalrundenpartie 4:3 und sicherte sich damit die Teilnahme am UEFA-Cup.

Fazit: Aarauer Vollerfolge in St. Gallen sind selten – doch wenn es um den Senf auf der Wurst ging, fanden die Aargauer immer auf die Siegerstrasse: 1:0-Sieg im Ligacup 1982, 4:1-Sieg in der Meistersaison 92/93, 4:3-Sieg und UEFA-Cup-Quali 1996, 7:6-Sieg nach Penaltyschiessen im Cup 1/4-Final 2005. Auch 2012 könnte der FCA mit einem Sieg in St. Gallen selber für eine prosperierende Zukunft sorgen. Der Fan-Zug in die Ostschweiz fährt am Samstag, 19. Mai um 14.31 Uhr, Gleis 0.